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Pelle in Italien

Liebe Kinder,


ich habe ja versprochen, dass ich euch schreibe. Puhhh, das war vielleicht eine Fahrt. Wir saßen insgesamt 20 Stunden im Auto, ich sage euch, das war irgendwann pupslangweilig. Zum Glück haben wir zwischendurch eine laaaange Pause gemacht und in einem anderen Ort übernachtet. Als wir die 20 Stunden hinter uns hatten, sind wir noch mit dem Auto und dem Wohnwagen auf eine große Fähre gefahren und wurden damit zu der Insel gebracht, auf der wir jetzt sind. Die Fahrt mit der Fähre war aber sehr schön. Fast wären wir aber gar nicht aus dem Auto gekommen, weil wir so eng einparken mussten, alle Leute mussten beim Aussteigen ganz doll ihren Bauch einziehen, damit sie nicht überall gegenlaufen. Das sah bei manchen sehr lustig aus, weil sie ganz rot im Gesicht wurden vor lauter Luft anhalten. Rucksäcke und Taschen mussten alle über dem Kopf halten, um nicht gegen alle Autos zu stoßen.

Aber nun sind wir ja hier, und es ist richtig toll. Wir sind auf einem ganz kleinen Campingplatz und haben sehr nette Nachbarn. Eine Familie kommt aus Österreich, von denen habe ich ein paar lustige Wörter gelernt. Mülleimer heißt Mistkübel, T-Shirt heißt Leiberl und ein Kleiderschrank ist ein Gwandkasten. Das ist eine schöne Sprache, die hört sich immer nett an.

Weil das Wetter hier so schön ist, sind wir jeden Tag am Strand. Aber wir machen natürlich auch Ausflüge in kleine Bergdörfer, die sind echt spannend (die Österreicher sagen urig), weil da gaaaanz enge Gassen sind, die auch meistens noch steil hoch oder runtergehen. Und es gibt dort uralte Häuser und überall sind Wäscheleinen. Richtig gemütlich ist es da. Smörre - also der Hund - findet es auch ganz toll, weil dort ganz viele Leute Hunde haben. Lauter Kumpel zum Beschnuppern und begrüßen. Nachts gibt es dort auch manchmal Märkte, auf einem habe ich ein Armband bekommen als Andenken, in blau - wie meine Augen.

Am Strand ist auch ordentlich was los. Ich war schon schnorcheln, aber weil ich ja noch Schwimmflügen brauche und darum ganz am Ufer planschen muss, habe ich bisher nur ganz kleine Fische gesehen, aber die flitzen mir ordentlich um die Beine.

Als wir das erste mal an den Strand kamen, war ich ein bisschen enttäuscht, weil da gar kein Buddelsand ist sondern Kieselsteine. Aber inzwischen finde ich es ganz cool, weil ich die super auf meinen neuen Kipplaster aufladen kann. Außerdem macht es auch riesig Spaß sie über das Wasser "flitschen" zu lassen . Kennt ihr das? Man muss einen flachen Stein nehmen, sich schräg hinstellen und den richtigen Wurf raushaben, dann springt er mehrmals über das Wasser. Mein Rekord ist fünf mal "auftitschen".

Und nun kommt das Tollste. Als ich gestern gerade mit meinem Kipplaster gespielt habe, kam ein Mädchen vorbei. Sie ist sehr hübsch und hat ganz lustige Haare, lauter Zöpfe die abstehen mit bunten Bändern drin. Sie heißt Ylvie, genau wie die Schwester von


Wicky (vielleicht kennt ihr die ja). Sie hatte noch einen Eimer und eine Schaufel dabei, und so konnten wir super Steine auf- und abladen spielen. Das Allerbeste aber ist, Ylvie kommt auch aus Berlin, sie wohnt gar nicht so weit weg von der Schule und hier auf dem Campingplatz kann ich sogar vom Wohnwagenfenster aus ihr Zelt sehen mit dem sie und ihre Eltern hier sind. Wir haben dann noch bei uns gespielt.

Ich habe Ylvie den Hund gezeigt, dem war aber zu heiß, und er hat nur unter dem

Wohnwagen gelegen und geschlafen. Und wir sind noch in den Wohnwagen geklettert und haben Ylvies Eltern aus dem Fenster zugewunken.


Danach waren wir wieder am Strand und haben besondere Steine gesucht. Mit besonderen Steinen ist das wie mit Wolken, man muss genau und vor allem lange hinschauen, und dann entdeckt man, was es sein könnte. Wir haben schon ganz viele tolle Steine gesammelt: ein liegendes Schwein, einen Elefanten, einen Dinosaurierzahn und noch ganz viele andere. Einen Stein hat Ylvie mir geschenkt, der sieht aus wie ein Herz. Ich glaube sie mag mich wirklich sehr, aber ich sie ja auch. Vielleicht bringe ich ihr vom nächsten Besuch auf einem Markt auch so ein schönes Armband mit in knallbunt, passend zu ihren Zöpfen - so als Andenken.




Nun habe ich erst einmal genug geschrieben. Ich muss jetzt sowieso aufhören, weil es jetzt Essen gibt, und weil wir in Italien sind, gibt es natürlich Spaghetti mit selbstgemachtem Pesto. Hmmmm lecker.

Tschüss bis bald zur nächsten Pellezeit


Euer Pelle


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